Bettina Lampl, Head of M&A: „Wir sehen uns als langfristigen Partner
Frau Lampl, welche Rolle spielt M&A für die Weiterentwicklung von CREMER?
M&A steht für „Mergers & Acquisitions“, also für Fusionen und Übernahmen. Für CREMER ist M&A eine Möglichkeit, um Unternehmensziele schneller, gezielter oder effizienter zu erreichen, als es allein durch organisches Wachstum möglich wäre.
Dabei geht es nicht darum, einfach zu wachsen. Eine Akquisition muss unsere Geschäftsbereiche sinnvoll ergänzen, die Wertschöpfung stärken und CREMER langfristig weiterbringen. Deshalb schauen wir sehr genau hin, bevor wir den nächsten Schritt gehen.
Wonach sucht CREMER bei möglichen Akquisitionen?
Am Anfang steht immer die Frage, ob ein Unternehmen strategisch zu CREMER passt. Dazu gehören mehrere Aspekte: das Geschäftsmodell, die Marktposition, die Kundenbeziehungen, die internationale Perspektive, aber auch die Unternehmenskultur und die Werte.
CREMER ist in sehr unterschiedlichen Märkten und Regionen aktiv. Entsprechend breit können mögliche M&A-Interessen sein. Gleichzeitig sind wir sehr selektiv. Ein Unternehmen muss einen klaren Mehrwert bieten und zu unserer langfristigen Ausrichtung passen.
Was macht CREMER für Unternehmen interessant, die über einen Verkauf, eine Nachfolge oder einen starken Partner nachdenken?
CREMER ist ein Familienunternehmen mit langfristigem Blick. Mittelständische Werte wie Vertrauen, Stabilität und Verlässlichkeit prägen deshalb auch unsere M&A-Arbeit.
Gerade für Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine langfristige Nachfolgelösung suchen, kann das ein wichtiger Punkt sein. Häufig geht es nicht nur um den Kaufpreis, sondern auch um die Frage, was mit dem Unternehmen, den Mitarbeitenden, den Kundenbeziehungen und der gewachsenen Kultur passiert. Viele Verkäuferinnen und Verkäufer möchten ihr Lebenswerk in guten Händen wissen. Dafür kann CREMER eine sehr passende Perspektive bieten.
Mittelständische Werte wie Vertrauen, Stabilität und Verlässlichkeit prägen unsere M&A-Arbeit.
Wie unterscheidet sich CREMER dabei von anderen Käufern?
CREMER denkt nicht in kurzfristigen Quartalszielen. Wir prüfen, ob ein Unternehmen langfristig zu uns passt und ob wir gemeinsam etwas entwickeln können. Das unterscheidet uns häufig von Käufern, die stärker investitionsgetrieben oder auf einen kurzfristigen Exit ausgerichtet sind.
Natürlich müssen auch bei uns Zahlen, Risiken und Verträge stimmen. Aber es geht ebenso um ein gemeinsames Verständnis und um die Frage, ob beide Seiten davon überzeugt sind, dass die Verbindung langfristig sinnvoll ist.
Wie läuft ein M&A-Prozess bei CREMER grundsätzlich ab?
Jeder Prozess ist individuell, weil jedes Unternehmen und jede Ausgangssituation anders ist. Grundsätzlich prüfen wir zunächst gemeinsam mit der jeweiligen Business Unit, ob ein Unternehmen strategisch und wirtschaftlich mit CREMER matchen würde. Anschließend folgen eine erste Bewertung und, wenn die grundsätzliche Einschätzung positiv ist, weitere Gespräche mit der Verkäuferseite.
Der zentrale nächste Schritt ist die sogenannte Due Diligence, also eine vertiefte Unternehmensprüfung. Dabei werden unter anderem Finanzzahlen, rechtliche und steuerliche Themen sowie mögliche Risiken analysiert. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird bewertet, ob und unter welchen Bedingungen eine Akquisition sinnvoll ist.
CREMER denkt nicht in kurzfristigen Quartalszielen. Wir prüfen, ob ein Unternehmen langfristig zu uns passt.
Welche Rolle spielt Vertrauen in einem solchen Prozess?
Eine sehr große. Ein gutes Geschäft basiert nicht allein auf Zahlen und Verträgen. Besonders bei mittelständischen Unternehmen spielt der persönliche Aspekt eine wichtige Rolle.
Nicht nur CREMER, sondern auch die Verkäuferseite sollte überzeugt sein, eine passende Lösung gefunden zu haben. Gerade bei Nachfolgesituationen ist Vertrauen daher entscheidend. Unternehmerinnen und Unternehmer wollen sicher sein, dass ihr Unternehmen verantwortungsvoll weitergeführt wird.
Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit den CREMER Business Units?
Sehr wichtig. Viele vielversprechende Ideen entstehen direkt in den Geschäftsbereichen, weil die Teams ihre Märkte, Kunden, Lieferanten und Wettbewerber sehr gut kennen. Diese Marktkenntnis ist für unsere Arbeit im M&A-Bereich entscheidend.
Wir arbeiten deshalb eng mit den Units in aller Welt zusammen und bewerten mögliche Akquisitionen immer aus strategischer und finanzieller Sicht.
CREMER ist international aufgestellt, und entsprechend international sind auch unsere M&A-Aktivitäten ausgerichtet. Je nach Geschäftsfeld können deutsche, europäische oder internationale Unternehmen interessant sein.
Vielen Dank für das Gespräch.