Von der Ausbildung bis zum Ruhestand: Ahrend Pergande verlässt CREMER nach 46 Jahren

Herr Pergande, Sie gehen nach über 46 Jahren im Unternehmen in den wohlverdienten Ruhestand. Was haben Sie sich für die ersten Monate ohne CREMER vorgenommen? 

Nach meinem Ausscheiden werde ich meinen Lebensmittelpunkt an die Ostsee nach Grömitz verlagern. Für den Sommer haben wir ein paar kurze Reisen geplant. Wir werden einige Familienfeste an verschiedenen Orten in Deutschland feiern.

Besonders freue ich mich darauf, mehr Zeit mit der Familie und vor allem auch mit meinen Enkelkindern zu verbringen. Das ist in den vergangenen Jahren oft etwas zu kurz gekommen, genauso wie Theater- und Konzertbesuche, lange Spaziergänge am Strand und vieles mehr. Es wird bestimmt eine große Umstellung für mich, aber langweilen werde ich mich sicher nicht.

 

Wie fing das damals eigentlich alles an mit Ihnen und CREMER? 

Bei CREMER angefangen habe ich nach dem Abitur als Azubi und wurde nach der Ausbildung übernommen.

Der Einstieg in die Melasse war dann eher unfreiwillig und resultierte aus meiner Weigerung, einen Posten in Indonesien zu übernehmen. Dorthin ging dann der damalige Melasse-Abwickler. Ich wurde verpflichtet, seinen Job zu übernehmen.

Melasse war damals eine Zwei-Mann-Abteilung und ich war die Nummer Zwei. Nach einem Jahr war ich dann alleine, weil der Händler ging. Nun war ich die ganze Abteilung. Aber ich bekam immerhin Unterstützung von zwei erfahrenen Händlern aus anderen Bereichen. Mit Hilfe unseres Netzwerkes und etwas Glück und Geschick gelang es mir dann im Laufe der Zeit, ein Unternehmen, das im Melassemarkt kaum bekannt war, zu den drei größten in der Welt zu führen.

 

Welche Stationen sind Sie seither bei CREMER durchlaufen? 

CREMER war damals ganz anders strukturiert. Es gab fünf Handelsabteilungen, die sich mit verschiedenen Agrarprodukten befassten. Ich war damals in der Soja- und der Tapiokaabteilung. Beides waren damals sehr große Bereiche, in denen ich mir ein breites Wissen angeeignet habe. Danach ging es dann schon zur flüssigen Melasse. Viele meiner Kenntnisse konnte ich dort anwenden, aber vor allem durfte ich sehr viel Neues lernen.

 

Gab es ein Ereignis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? 

Wenn ich auf diese lange Zeit zurückblicke, gibt es unzählige Ereignisse, die mir spontan einfallen. Aber es war etwas ganz Besonderes, als ich mit meiner Abteilung ein eigenes Schiff hatte. „ILONA“ hieß unser Schiff. ILONA fuhr für zwei Jahre unsere Melasse in viele Länder rund um die Welt. Auch andere Produkte transportierten wir, aber hauptsächlich Melasse. Das war damals insgesamt eine besonders erfolgreiche Zeit für unsere Abteilung.

Mit Hilfe unseres Netzwerkes und etwas Glück und Geschick gelang es mir dann im Laufe der Zeit, ein Unternehmen, das im Melassemarkt kaum bekannt war, zu den drei größten in der Welt zu führen."

Wie unterscheidet sich Ihr Einstieg vor fast fünf Jahrzehnten bei CREMER von dem Einstieg des heutigen Nachwuchses? 

Natürlich hat sich sehr viel verändert in den vergangenen vier bis fünf Jahrzehnten. Es gibt Themen, die heute eine viel größere Rolle spielen als damals. Ich denke an Datenschutz, Qualitätsmanagement oder Compliance. Aber ich denke auch an die heute oft geforderte Work-Life-Balance, ein Gebiet, auf dem ich sicherlich nicht immer alles richtig gemacht habe… 🤔

Sehr stark verändert haben sich natürlich auch die technischen Bedingungen. Das sehr viel höhere Tempo in der Informationsübermittlung und -verarbeitung erfordert häufig viel schnellere Entscheidungen und damit teilweise auch größere Risiken.

Vieles hat sich also in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Was sich aus meiner Sicht nicht verändert hat, sind die guten Chancen, die CREMER für junge Leute bietet. Erfolgsgeschichten wie die der Melasseabteilung sind auch heute noch möglich, wenn junge Leute ihr Können zum Aufstieg nutzen wollen.

 

Melasse war der Rohstoff, der Ihr Berufsleben wesentlich bestimmt hat. Werden Sie das Thema weiterhin verfolgen? 

Melasse hat in der Tat mein Berufsleben bestimmt und so werde ich bestimmt weiterhin diesen süßen, klebrigen Artikel beobachten, auch wenn die Intensität im Laufe der Zeit nachlassen wird - zumindest hoffe ich das. 😃

 

Was überwiegt bei Ihnen: Freude oder Wehmut über den bevorstehenden Ruhestand? 

Die Freude überwiegt eindeutig. Es ist ein sehr gutes Gefühl, einen großen und erfolgreichen Bereich für die Familie Cremer nachhaltig aufgebaut zu haben. Natürlich gibt es auch viele Menschen, die mich dabei - sei es als Kolleg:innen, Lieferanten, Kunden oder in anderer Funktion begleitet haben - und da fällt dann der Abschied naturgemäß etwas schwerer. Mit einigen werde ich sicherlich auch weiterhin in Kontakt bleiben.

 

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